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Nach Mitternacht

Marstall, Bayerisches Staatsschauspiel

von Irmgard Keun, bearbeitet von Cosmea Spelleken | MIT Janha, Blümchen, Chin-Malenski, Jahr, Isermeyer, Reisinger u.a. | REGIE Cosmea Spelleken

1936. In dieser kurzen Zeitspanne verdichtet sich für die neunzehnjährige Sanna eine neue Realität: Denunziation wird zur sozialen Währung, Gewalt zur Normalität. Die junge Protagonistin muss ihren Geliebten Franz zurücklassen und flieht zu ihrem Bruder Algin, einem einst gefeierten Schriftsteller der Weimarer Republik, der inzwischen mit Schreibverbot belegt ist. In Algins luxuriöser Künstlerwohnung trifft sie auf eine Gesellschaft, die sich zwischen exzessiven Festen, Cafébesuchen und intellektuellen Diskussionen nur scheinbar vom aufziehenden Schrecken abgrenzen kann. Sanna beginnt, die ideologische Durchdringung ihres Umfelds zu begreifen – sei es in der Liebe ihrer Freundin Gerti zu dem jüdischen Dieter Aaron, die an den Rassegesetzen zerbricht, oder in der Denunziation durch die eigene Tante, die sie wegen kritischer Äußerungen zur NS-Propaganda bei der Gestapo meldet. Der Alltag wird zunehmend von Angst, Kontrolle und Opportunismus geprägt. Als Franz fliehen muss, trifft auch Sanna eine Entscheidung: Sie begleitet ihn ins Ungewisse. Nach Mitternacht beginnt ein anderes Leben.

Verfügbare Termine

  • Mi 28.10.2026 20:00 Uhr

    Karten

Veranstaltungsort

Marstall, Bayerisches Staatsschauspiel

Marstallplatz 4
80539 München

Details zur Spielstätte