Gärtnerplatztheater

(c) Gisela Gerhardt

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Das Gärtnerplatztheater verdankt seine Existenz Bestrebungen nach einem volksnahen Musiktheaterhaus in den 1830er Jahren. So wurde es 1865 in der Isarvorstadt als bürgerliches Pendant zu den Hoftheatern erbaut, geriet aber schnell in finanzielle Schwierigkeiten. König Ludwig II. verhinderte eine Versteigerung, indem er das Haus 1872 zur dritten bayerischen Hofbühne machte und dadurch dem Hof- und Nationaltheater gleichstellte. Bis in die 1930er blieb das Theater so im Besitz der Wittelsbacher. 1936 wurde es gegen die Abrisspläne von Hitler lediglich renoviert und ging 1937 an den Freistaat Bayern über und wurde als Bayerische Staatsoperette, als erste staatliche Operettenbühne, wiedereröffnet.

Als das Haus Ende des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurde, siedelte man bis 1948 in ein Ausweichquartier in der Schornstraße um. Aufgrund wirtschaftspolitischer Überlegungen wurde das Theater 1952–1955 zusammen mit der Bayerischen Staatsoper von Rudolf Hartmann geleitet. Diese Kooperation hatte zur Folge, dass das Haus seit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend auch Oper zeigt. Seit 2012 wird das Staatstheater am Gärtnerplatz von Josef E. Köpplinger geleitet.

Da das historische Gebäude am Gärtnerplatz seit Mai 2012 einer umfassenden Sanierung unterzogen wird, befinden sich die Produktionsstätten und das ganze Team am Giesinger Bahnhof. Der Spielbetrieb des Theaters wird während der Zeit der Sanierung auf verschiedene Ausweichspielstätten in München verlagert. Diese sind u. a. das Prinzregententheater, das Cuvilliéstheater, die Reithalle, der Circus Krone.

In der Spielzeit 2015/16 feiert das Haus sein 150jähriges Jubiläum.