"Die Kunst dem Volke!"

In den Jahren 1899 und 1900 verfasste der spätere Gründer der Volksbühne München, Georg Mauerer, seine "Mitteilungen des Vereins Münchner Volksbühne", die als geistige Vorarbeit zur Gründung einer Volksbühne in München gelten können. Mauerer, der mit Gerhart Hauptmann an der Gründung der Berliner Volksbühne beteiligt gewesen war, hatte erkannt, "dass die arbeitenden Menschen mehr brauchten als Brot".

Die eigentliche Vereinsgründung erfolgte in würdiger Form am 29. September 1918 mit der glänzenden Aufführung von Georg Kaisers Schauspiel "Die Bürger von Calais". Mit der Monatsschrift Münchner Volksbühne erreichte der Verein weite Kreise der Bevölkerung. Ein erster Höhepunkt war im Jahre 1928 die Jubiläumsausstellung und ein Festvortrag in der Münchener Tonhalle.

Ehrenmitglieder waren in dieser Zeit Schriftsteller wie Ricarda Huch, Thomas Mann, Komponisten wie Joseph Schmid und Richard Trunk, die Witwe von Wedekind wie auch Angestellte der Stadt.

Die Kriegszeit und Anfeindungen in der Zeit des Nationalsozialismus sorgten für die Zeit von 1933 bis 1945 für eine Unterbrechung der Tätigkeit, die unmittelbar nach Kriegsende wiederaufgenommen wurde.

Heute ist die Volksbühne die älteste Besucherorganisation der Stadt. Ziel der Organisation als gemeinnützigem Verein ist es nach wie vor, viele Münchner Bürger für das Theater zu gewinnen. Die soziale Aufgabe, die Theaterbesuche für treue Besucher zu ermäßigten Preisen zu gewährleisten, ist bis in die Gegenwart geblieben, die Volksbühne versteht sich als partei- und konfessionsunabhängig.